Beim Schneiden von Obstbäumen wird zwischen vier Schnitt­me­thoden unterschieden. Ob Pflanz­schnitt, Erziehungs­schnitt, Erhaltungs­schnitt oder Verjün­gungs­schnitt – bei der Wahl der richtigen Schnitt­methode gilt es grundsätzlich die Entwicklung und das Alter eines Obstbaumes zu berück­sichtigen.

Pflanz­schnitt – nach der Pflanzung

Der Pflanz­schnitt wird nach der Pflanzung von noch jungen Obstbäumen durchgeführt. Der Pflanz­schnitt wirkt sich auf die künftige Kronenform des Obstbaumes aus und sorgt außerdem dafür, dass sich die Wurzeln des kürzlich gepflanzten Baumes schneller erholen.

Erziehungs­schnitt – in der Jungbaumphase

Ähnlich wie der Pflanz­schnitt kommt auch der Erziehungs­schnitt (auch Aufbauschnitt genannt) bei noch jungen Bäumen zur Anwendung. Beim Erziehungs­schnitt gilt es, etwaigen bereits bestehende Fehlent­wick­lungen zu korrigieren bzw. solchen aktiv vorzubeugen.

Gerade in der Jungbaumphase lässt sich gezielt auf die künftige Statik und Verkehrs­si­cherheit des Baumes einwirken. Eine häufige Maßnahme im Rahmen des Erziehungs­schnittes ist unter anderem die Stabili­sierung des Hauptstammes mit Hilfe eines Stabes.

Erhaltungs­schnitt – ab dem 10. Wachstumsjahr

Beim Erhaltungs­schnitt werden überhängende Äste auf jüngere Äste hin zurück­ge­schnitten. Auch solche Äste, die zu dicht stehen oder bereits aneinander reiben, werden im Rahmen des Erhaltungs­schnittes entsprechend eingekürzt. Generell sollte der Erhaltungs­schnitt nur bei Bäumen ab dem 10. Wachstumsjahr zur Anwendung kommen.

Verjün­gungs­schnitt – macht alte Bäume wieder fit

Beim Verjün­gungs­schnitt wird die Baumkrone so stark eingekürzt, dass die großen Wurzel­triebe den Baum im Nachhinein gewissermaßen “überver­sorgen” und dadurch einen starken Neuaustrieb im Frühjahr hervorrufen. Dank dieser Methode kann man ältere Bäume, die zum Beispiel nur wenig gepflegt wurden, revita­li­sieren.